Seit 2012 erhält Soziokultur NRW vom Land Nordrhein-Westfalen Mittel zur Förderung von Kooperationen von soziokulturellen Zentren mit kommunalen Theatern. Auf Basis der positiven Erfahrungen mit diesem Förderprogramm wird die Förderung ab dem Jahr 2020 über die Theater hinaus auf „Kooperationen von soziokulturellen Zentren mit kommunalen Kultureinrichtungen“ erweitert.

Kooperationspartner der soziokulturellen Zentren können dabei alle kommunalen Kultureinrichtungen sein, etwa Archive, Museen, Gedenkstätten, Bibliotheken, Volkshochschulen oder Theater. Ziel des Förderprogramms ist es, Kommunikation und Kooperationen der soziokulturellen Zentren mit kommunalen Kultureinrichtungen zu stiften und bereits vorhandene Zusammenarbeiten fortzuentwickeln.

In vielen Kulturentwicklungsplanungsprozessen wird die Erfahrung gemacht, dass sich die kulturellen Akteure einer Stadt oder eines Ortes untereinander gar nicht kennen, insbesondere wenn sie aus verschiedenen Systemen (kommunale Trägerschaft – freie Szene) stammen. Seit der Auflage des Programms „Kooperation von Soziokultur und kommunalen Theatern“ hat sich in der Arbeit einiger soziokultureller Zentren und Stadttheater viel getan. Trotz der verschiedenen strukturellen Gegebenheiten und Organisationsformen beider Kulturbetriebe haben sich Berührungspunkte ergeben, die eine konstruktive Zusammenarbeit ermöglichten. Die positiven Erfahrungen im Umgang mit zeitgenössischen Ästhetiken einerseits und partizipatorischen Arbeitsweisen andererseits werden jetzt übertragen auf weitere Arbeitsbereiche. Es geht in der Förderung um Experimente, Vernetzung und neue Formen der Zusammenarbeit.

Antragsberechtigt sind in erster Linie Mitgliedseinrichtungen der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NRW e.V., sie sind als Träger verantwortlich für das Kooperationsvorhaben. Dennoch sollten sich die Soziokultur und die kommunale Kultureinrichtung in den Projekten als gemeinsame Akteure verstehen und den Antrag gemeinsam definieren. Anträge können für eine einjährige Projektlaufzeit gestellt werden.

Die Partner sollen spätestens zum Projektbeginn ihre Kooperationsabsicht in einer schriftlichen Vereinbarung festhalten und in diesem Rahmen gegenseitige Erwartungen und Wünsche klären und die jeweiligen Kooperationsanteile realistisch einschätzen. Für die Antragstellung reicht die Vorlage entsprechender Absichtserklärungen der nicht-antragstellenden Kooperationspartner*innen aus.


Förderkriterien

Für das Förderprogramm „Kooperationen von soziokulturellen Zentren mit kommunalen Kultureinrichtungen“ gelten die allgemeinen Förderkriterien von Soziokultur NRW. Darüber hinaus wird die Jury wird bei ihrer Entscheidung über die eingegangenen Anträge besonderes Augenmerk auf die Ausgestaltung der Kooperation und die Rolle des soziokulturellen Zentrums legen.

Tipps und Hinweise zur Gestaltung und Planung von Kooperationsprozessen

Kooperationen – benötigen Verständigungsprozesse

  • sind für alle Beteiligten mit Veränderungen verbunden
  • brauchen deshalb zu Beginn einen zusätzlichen Aufwand von Ressourcen
  • brauchen Vertrauen und das Verständnis für unterschiedliche Systemlogiken
  • brauchen Verständigung über Haltungen und Inhalte; erst einrichtungsintern und dann gemeinsam
  • brauchen eine Vereinbarung der Partner*innen

Kooperationen – gelingen besser mit eindeutig vereinbarten Zielen

  • Herausarbeiten und Vereinbaren der gemeinsamen Ziele und der gewünschten Ergebnisse
  • Definition der Zielgruppen, der Maßnahmen und Methoden
  • die Akteur*innen begegnen sich in der Kooperation auf Augenhöhe

Kooperationen – benötigen Kommunikation, Verbindlichkeit und Kontinuität

  • die Entscheidung zur Kooperation ist Leitungsaufgabe
  • Definition verbindlicher Ansprechpartner*innen in allen Institutionen
  • schriftliche Vereinbarung mit Absprachen und Vorgehensweisen und Abläufen
  • alle beteiligten Mitarbeitenden müssen die Kooperationsziele kennen, akzeptieren und mittragen
  • regelmäßige Treffen helfen bei Abstimmungsprozessen und Austausch über die Wirksamkeit, sie dienen der Transparenz
  • Sorgfalt ist auch bezogen auf Datenschutz und sonstige rechtliche Rahmenbedingungen erforderlich

Hilfestellungen

Das Team von Soziokultur NRW steht bei der Antragstellung (oder sonstigen Fragen) gerne beratend zur Seite. Um die Antragstellung und den gesamten Projektablauf so reibungslos wie möglich zu gestalten, haben wir hier einige Hilfestellungen und Vorlagen zusammengestellt: