Beim Parlamentarischen Abend des PopBoard NRW im Landtag am 18.06. drehte sich alles um die Frage: Wie stärken wir den Pop-Standort Nordrhein-Westfalen? Politiker*innen und Akteur*innen der Pop-Szene – darunter viele aus soziokulturellen Zentren – tauschten sich über die Bedeutung des Pop für NRW aus, über aktuelle Bedarfe und über die Hürden, die Künstler*innen vor allem zu Beginn ihrer Laufbahn überwinden müssen.

Mehr als Musik: Wertschätzende Grußworte

Landtagsvizepräsidentin Berîvan Aymaz erinnerte in ihrem Grußwort daran, dass Festivals, Clubs und Konzerte mehr sind als Orte der Musik – hier entstünden solidarische Gemeinschaften. Gerade urbane Freiräume müssten gesichert werden, um diese Erfahrungen weiterhin zu ermöglichen.

Gonca Türkeli-Dehnert, Staatssekretärin im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, unterstrich: „Hinter jeder erfolgreichen Künstlerin, hinter jedem erfolgreichen Künstler stehen kreative Prozesse, Proberäume, kleine Bühnen, Clubs und engagierte Menschen. Ohne Nachwuchsförderung entstehen keine neuen Bands, ohne Orte für Livemusik gibt es keine Szene. Ohne Interessenvertretung fehlt einer ganzen Kunst- und Kulturform die Stimme.“

Pop in NRW: Zahlen, die für sich sprechen

Die Geschäftsführer*innen des PopBoard NRW, Anna-Kathrin Dietrich und Till Skoruppa, verwiesen auf beeindruckende Zahlen: NRW hat die höchste Clubdichte Deutschlands, und hier finden jährlich über 400 Festivals statt. Pop sei damit kulturell prägend und ein wichtiger Standortfaktor.

Im anschließenden Talk sprachen die Musikerinnen Zainab Lax und Milene Weigert, Heike Herold (Geschäftsführung Soziokultur NRW) und Carsten Schumacher (create music NRW/Landesmusikrat NRW) mit Moderatorin Ina Plodroch über konkrete Herausforderungen. Ein Fazit: Nur wenige Förderprogramme unterstützen Konzerte oder Studioaufnahmen für Musiker*innen unbürokratisch am Anfang ihrer Laufbahn. Deshalb brauche es verlässliche Rahmenbedingungen, niedrigschwellige und nachhaltige Förderungen sowie Qualifizierungsangebote zu Diversität und Inklusion.

Soziokultur & Pop: Strukturen statt Projektlogik

Heike Herold stellte in ihrem Beitrag die „Strukturförderung“ von Soziokultur NRW als Gegenmodell zu kleinteiligen Projektförderungen vor: Statt einzelner Veranstaltungen wird hier Personal gefördert, das dauerhaft Kulturprogramme in den Häusern umsetzt. „Das reine Veranstalten von Konzerten wird von der Förderung nicht abgedeckt. Darum engagieren wir uns zusätzlich im PopBoard NRW. Langfristig wünschen wir uns eine gezielte Förderung für Pop-Angebote in Häusern wie unseren“, so Herold.

Soziokultur NRW ist eine von acht Gesellschafterinnen des PopBoard NRW. Viele Mitgliedszentren bieten Nachwuchsmusiker*innen Bühnen, Proberäume und auch Platz für experimentelle Formate – häufig dort, wo sonst Räume fehlen. Nicht zuletzt deshalb war die Soziokultur (mit rund zehn Zentren!) an diesem Abend sehr gut in Düsseldorf vertreten – ein riesiges Dankeschön an alle, die zum Teil lange Wege auf sich genommen haben!