Ende Mai kamen ca. 60 Akteur*innen der Soziokultur zur 2. LAG-Tagung des Jahres zusammen, dieses Mal waren wir in der Cobra Solingen zu Gast. Anja Stock (Geschäftsführerin der Cobra) und Heike Herold (Geschäftsführerin von Soziokultur NRW) begrüßten die Teilnehmenden und eröffneten die Tagung. Durch den Tag führte anschließend Lea Hahn von Soziokultur NRW.
Die Cobra ist eine gGmbH, die seit 30 Jahren als zentraler Akteur die Solinger Soziokultur mitgestaltet. Das Haus hat einen starken Filmschwerpunkt und betreibt ein eigenes Kino, außerdem gibt es Konzerte und zahlreiche Veranstaltungen. Bei der Hausführung konnten die Tagungsgäste einen Blick hinter die Kulissen des Zentrums nehmen – herzlichen Dank an Anja und Nadine Loßner von der Cobra für diese Einblicke!


Ausflug in die Praxis: das Dialogformat Sprechen und Zuhören
Das Dialogformat „Sprechen & Zuhören“ wurde 2024 vom Verein „Mehr Demokratie“ entwickelt, inzwischen wurden bereits über 450 Veranstaltungen durchgeführt. Mareike gr. Darrelmann, Business Coach für Echtes Zuhören & Konflikt- und Prozessbegleiterin, sowie Eike Oltmanns, Team Coach & Kommunikationsberaterin, stellten das Format vor und ließen es die Teilnehmenden der Tagung in Kleingruppen ausprobieren.
Sprechen und Zuhören sind in dieser Übung strikt getrennt, dafür gibt es mehrere Runden, in denen die Teilnehmenden ohne Unterbrechung 4 min. lang sprechen dürfen. Ein spannendes Experiment! Das Format kam gut an, vor allem, weil die Gesprächsrunden als vertrauensbildend erlebt wurden – eine wichtige Voraussetzung insbesondere für konfliktbeladene Themen.


Neue Köpfe
Am Nachmittag stellte sich mit dem KLuG e.V. aus Köln ein Bewerber um eine Aufnahme in den Verband vor. Der Verein betreibt das soziokulturelle Zentrum Liebig 257 in Köln, Julia Storz aus dem KLuG-Team gab Einblicke in die Arbeit des jungen Zentrums. In drei zusammenhängenden Ladenlokalen verbindet es die Bereiche Kulturarbeit, Stadtentwicklung und Commons. Es gibt eine Vielzahl von Aktiven, die gemeinsam das breite Programm gestalten und gute und intensive Beziehungen zur Nachbarschaft aufgebaut haben.


Wahlen in NRW
Viele soziokulturelle Zentren sind im Umfeld von Wahlen aktiv, um für die Demokratie und eine aktive Gestaltung politischer Prozesse zu begeistern. Ob Podiumsdiskussion mit Kandidierenden, Wahl-o-Mat-Veranstaltungen für Erstwähler*innen oder die Durchführung von Juniorwahlen: die Formate sind vielfältig und richten sich an unterschiedliche Zielgruppen.
Im Frühjahr 2027 wird in NRW ein neuer Landtag gewählt – Grund genug, sich schon jetzt in Stellung zu bringen, Kontakte zur Landespolitik aufzubauen und Veranstaltungen zu planen. Dazu wurde eine AG innerhalb des Verbands ins Leben gerufen, über deren Aktivitäten Birte Gooßes (Altstadtschmiede) und Stefan Bünnig (Qulturwerkstatt) berichteten. Die AG steht allen Mitgliedern offen und benötigt insbesondere im Frühjahr 2027 im Rahmen einer Reihe von Veranstaltungen aktive Mitstreiter*innen aus den Häusern.


Antisemitismuskritische Beratung
Mehrere Studien haben es zum wiederholten Mal belegt: Antisemitismus ist weit verbreitet und nimmt zu. Jüd*innen und Juden meiden unsichere Orte oder verbergen ihre Identität als jüdische Person bewusst – aus Sorge vor Übergriffen. Um für das Thema zu sensibilisieren, waren Matthias Gerr und Elena Ḱiriḱ von SHIFT – Antisemitismuskritische Bildung & Beratung für Institutionen bei der Tagung zu Gast und stellten ihre Arbeit vor. Sie berichteten von einer Vielzahl antisemitischer Vorfälle und zunehmenden Debatten über Antisemitismus, gerade auch im Bereich Kunst und Kultur. SHIFT bietet Schulungen und individuelle Beratungen an, die kostenlos in Anspruch genommen werden können. Die Teilnehmenden wurden herzlich eingeladen, mit der Beratungsstelle Kontakt aufzunehmen – sei es bei kleinen Fragen oder größeren Konfliktthemen.


ARTIFICIAL – Freie Szene trifft künstliche Intelligenz
Vom 19.02. – 21.02.2027 findet in der Wuppertaler börse das Kunst- und KI-Festival ARTIFICIAL statt, das ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten mit KI-Bezug zeigt. Aktuell läuft ein Open Call zur Beteiligung am Festival: Künstler*innen, freie Gruppen und soziokulturelle Zentren aus ganz Deutschland sind eingeladen, Arbeiten einzureichen. Gesucht werden Projekte aus allen Sparten: Theater, Tanz, Literatur, Film, bildende Künste, Medienkunst, Musik, Performance und hybride Formate. Lukas Hegemann und Julian Spiegelhauer von der börse stellten das Projekt und den Open Call vor.
Aus der Geschäftsstelle
Zum Abschluss der Tagung übermitteln Carsten Nolte und Hendrik Stratmann noch Informationen aus der Geschäftsstelle von Soziokultur NRW. Die Themen reichten dabei von einer Multiplikator*innen-Fortbildung zum Thema KI über aktuelle Zahlen zu den Bewerbungen in aktuellen Ausschreibungen bis hin zur neuen Ausschreibung der Strukturförderung Soziokultur NRW.
Wir danken dem Team der Cobra noch einmal für die herzliche Aufnahme und die tolle Bewirtung! Die nächste LAG-Tagung findet nach der Sommerpause am 10.09.2026 statt, der Tagungsort wird noch bekannt gegeben.





