Antidemokratische Parteien und Narrative erstarken in erschreckender Weise, demokratisch Engagierte in Kunst und Kultur, Bildung und Politik geraten mehr und mehr unter Druck. Angebote zur demokratischen Kulturarbeit können keine Wunder bewirken, aber sie machen demokratische Prozesse erfahrbar, befördern eine Debattenkultur der Wertschätzung oder bieten mit künstlerischen Mitteln einen Perspektivwechsel an. Mehr als nichts!

Diese aktualisierte Linkliste soll den Zugang zum Themenfeld erleichtern und individuelle Recherchearbeit verringern. Sie bietet einen thematischen Einstieg in die Felder kulturelle Bildung und Demokratiearbeit, hilft dabei, Veranstaltungen mit politischem Fokus vorzubereiten und gegen Störungen abzusichern, versammelt Unterstützungsangebote, falls ihr in den Fokus rechter Akteure geratet, und listet Fördermöglichkeiten für Demokratieprojekte auf.

Teilt sie, nutzt sie, kopiert sie und koppelt aus, was euch sinnvoll und nützlich erscheint! Wir pflegen die Liste weiter und freuen uns über eure Hinweise, Ergänzungen und Aktualisierungen (bitte per Mail an: lag@soziokultur-nrw.de)!

Demokratie in kultureller Bildung & Teilhabeformaten

Wie lassen sich demokratische und kulturelle Bildung verbinden? Welche gesellschaftlichen Potenziale können demokratische Kulturprojekte entwickeln? Fragen wie diese stehen im Zentrum der folgenden Handreichungen.

Partizipation in der kulturellen Jugendarbeit. Raum für Teilhabe und Mitsprache! der Arbeitsstelle Kulturelle Bildung NRWDieses ­Themenheft gibt einen lebendigen Eindruck von den Möglichkeiten und Facetten partizipativer kultureller Jugendarbeit. Es stellt verschiedene Projektbeispiele und Konzepte vor, gibt Tipps zur Umsetzung und zeigt viele Möglichkeiten, wie Kinder und Jugendliche im Rahmen von kultureller Bildung beteiligt werden können.
Integration und Teilhabe durch Kulturelle Bildung von kubi – Magazin für Kulturelle BildungDieses Heft bündelt grundsätzliche Überlegungen und praktische Beispiele dazu, wie kulturelle Bildung offen, zugänglich und teilhabeorientiert gestaltet werden kann. Es zeigt, wie sich Persönlichkeitsentwicklung und Wissensvermittlung sinnvoll verbinden lassen, welche Rolle kulturelle Angebote in einer mediatisierten Wissensgesellschaft spielen und wie sie zu mehr Bildungsgerechtigkeit beitragen können.
Beteiligung – ein Recht, in echt! von kubi – Magazin für Kulturelle BildungDas Magazin veranschaulicht mit vielen Praxisbeispielen die Bedeutung von Kinder- und Jugendteilhabe an demokratischen Prozessen – sei es in pädagogischen und künstlerischen Prozessen, Gremienstrukturen oder kulturellen Projekten.
Partizipation durch Kultur der Bundeszentrale für politische BildungDer Beitrag zeigt am Beispiel der Hamburger Stadtteilkultur, wie kulturelle Projekte Menschen erreichen, die in klassischen Beteiligungsformaten oft außen vor bleiben – und wie aus Tanz-, Theater- oder Stadtteilprojekten echte demokratische Mitgestaltung wird.
Reflexionstool Demokratiebildung der Deutschen Kinder- und JugendstiftungDie DKJS hat ein digitales Reflexionstool entwickelt, um Akteur*innen der Demokratiebildung in der Praxis zu unterstützen. Auf der Website der Stiftung findet sich eine umfassende Materialsammlung mit Bildungsmaterialien und Spielen, Erklärfilmen, Graphic Novels u.v.m.
Demokratielabore: Materialien und Ideen zur gesellschaftlichen TeilhabeWie gelingt es eine Gesellschaft zu gestalten, die offen und im Sinne der Gemeinschaft ist? Zu dieser Frage finden sich auf der Plattform des Projekts demokratielabore.de Materialien zu Themen, Tools und Projektideen, die Antworten geben und zum Aktivwerden einladen. Die Projektwebsite wird nicht mehr aktiv gepflegt, enthält aber ein wertvolles Materialarchiv.

Öffentliche Veranstaltungen planen & durchführen

Eine Veranstaltung steht und fällt mit der richtigen Vorbereitung. Wie ihr euch bei der Planung von Veranstaltungen mit demokratischem und gesellschaftspolitischem Bezug auf Gegenrede und Zwischentöne einstellt und im Ernstfall sicher mit Störungen umgeht, könnt ihr hier nachlesen.

Schutz bei öffentlichen Veranstaltungen von Stark im AmtIn diesem Portal finden sich kompakte, nützliche Infos dazu, wie man Störungen öffentlicher Veranstaltungen durch gute Planung vorbeugt und sie sicher durchführt.
Wir lassen uns das Wort nicht nehmen! Empfehlungen zum Umgang mit rechtsextremen Besucher*innen bei Veranstaltungen der MBR BerlinNeben einer Checkliste zur Veranstaltungsplanung und -durchführung gibt die Beratungsstelle durch Fallbeispiele einen Ansatz, wie Rechtsextreme von Events ausgeschlossen oder argumentativ entwaffnet werden können.
Sind Sie sicher? Position beziehen – (Kultur-)Veranstaltungen schützen – Debatten ermöglichen der MBR BerlinVeranstalter*innen im Kulturbereich stehen zunehmend vor der Aufgabe, angemessen auf spontane Störungen oder konzertierte Interventionen zu reagieren. Diese Handreichung unterstützt dabei, die eigene Haltung zu klären, Handlungssicherheit zu gewinnen und konkrete Abläufe zum Schutz von Veranstaltungen vorzubereiten. 
Gemeinsam Handeln: Für Demokratie in unserem Gemeinwesen! der Akademie für Sozialpädagogik und Sozialarbeit e.V. und dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches EngagementDie Veröffentlichung enthält Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Rechtsextremismus im ländlichen Raum. Neben Fallbeispielen und Hinweisen zu Prävention und Intervention gibt es einen ausführlichen Serviceteil zur sicheren Durchführung von Saalveranstaltungen.
Prävention & Tipps für störungsfreie Veranstaltungen der AWO Der kompakte Leitfaden bietet einfache Handlungsanweisungen für verschiedene Störsituationen bei Veranstaltungen. 
Was tun gegen Hate Speech? der Amadeu Antonio Stiftung In neun Flyern gibt die Reihe Ansätze, wie in unterschiedlichen Situationen Hassrede effektiv begegnet werden kann.

Rechten Angriffen & Hass-Kampagnen begegnen

In dieser Rubrik findet ihr Tipps zum Umgang mit rechten Politiken im lokalen Handlungsraum. Ihr erfahrt, wie rechte Akteure vorgehen, um zivilgesellschaftliche Organisationen gezielt unter Druck zu setzen. Verschiedene Leitfäden unterstützen euch, in euren Teams eine Haltung zu finden und auf ggf. auftretende Hass- und Diffamierungskampagnen vorbereitet zu reagieren.

Feindliche Angriffe auf gemeinwohlorientierte Organisationen der Amadeu Antonio-StiftungDieser Leitfaden richtet sich an Organisationen, die mit Angriffen aus rechtsextremen Milieus umgehen müssen – oder sich darauf vorbereiten wollen. Er hilft dabei, Handlungsoptionen zu erkennen, Gegenmaßnahmen zu entwickeln und kommunikativ richtig zu reagieren.
Alles nur Theater der MBR Berlin Die Broschüre klärt auf über die Mechanismen des rechten Kulturkampfes, seine Motive, Techniken und Strategien.
Desinformation, Diffamierung und Defunding: Zivilgesellschaft unter Druck der LobbyControl Der Verein hat sich umfassend mit der demokratischen Relevanz zivilgesellschaftlicher Organisationen befasst. Wie diese von AfD und Kapitalinteressen zunehmend bedroht werden, verdeutlicht diese Studie.
The Art of Democracy des Progressiven ZentrumsDie Veröffentlichung bietet eine ausführlich ausformulierte Herausforderungsanalyse und Umgangsstrategien für resiliente Kulturpolitik.
Beware – das Praxistool zur bedarfsorientierten Strategieentwicklung für den Umgang mit Bedrohungen der Amadeu Antonio Stiftung Mit welchen Bedrohungen zivilgesellschaftliche Organisationen rechnen müssen und wie sie damit souverän umgehen können, erklärt dieses Begleitheft eindrücklich.
Nazis hassen diese Tricks der DGB-Jugend Niederbayern Die Jugendorganisation hat mit dieser Broschüre Überlegungen zum Vorgehen gegen Rechtsextremismus zusammengestellt. Das Heft möchte effektive Handlungsstrategien zugänglich machen und Reflexionsprozesse anregen.
Linksgrün-versifft? der Heinrich-Böll-Stiftung Die Handreichung fasst übersichtlich Fragestellungen zusammen, die für eine dauerhafte Auseinandersetzung und konsistente Positionierung gegen rechts auf kommunaler Ebene hilfreich sein könnten.
Tipps für Community-Arbeit der Neuen deutschen Medienmacher*innen Die Website listet Strategien für effektive Gegenrede und Leitprinzipien für diskriminierungssensible Moderation im Netz auf.
Zivile HeldenMit interaktiven Videos wird der sichere Umgang mit Antisemitismus, Radikalisierung, Verschwörungstheorien und Hassrede geübt.
Hass, Gewalt & Lügen im Netz sind nicht Teil des Jobs der HateAid Der Leitfaden gibt Institutionen, Engagierten und politisch Aktiven einen Überblick zum präventiven und rechtlichen Umgang mit digitaler Gewalt.
Demokratie schützen der LebenshilfeDie Broschüre erklärt in Leichter Sprache, wie Nationalismus die Demokratie bedroht, und gibt hilfreiche Tipps für Gesprächssituationen.

Rechtlicher Rahmen: Neutralität, Gemeinnützigkeit & Hausrecht

Dürfen sich gemeinnützige Vereine politisch positionieren und was umfasst das Neutralitätsgebot? Welche expliziten Verpflichtungen haben gemeinnützige Organisationen? Die folgenden Gutachten und Handreichungen geben mehr Rechtssicherheit.

Vereinbarkeit eines Engagements gegen Rechtsextremismus mit dem Gemeinnützigkeitsrecht der Gesellschaft für FreiheitsrechteDie Studie nimmt Unsicherheiten bezüglich der Positionierung gegen rechtsextreme und autoritäre Bewegungen, ohne den gemeinnützigen Status zu gefährden.
Mythos Neutralitätsgebot des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) und des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten (AdB)Die Handreichung räumt mit der falschen Annahme auf, dass nichtstaatliche Einrichtungen der außerschulischen politischen Bildung zu politischer Neutralität verpflichtet sind.
Dürfen Vereine gegen Rechtsextremismus demonstrieren? der Allianz Rechtssicherheit für politische WillensbildungIn verschiedenen Fallbeispielen beleuchtet der Beitrag, was genau bei politischem Engagement von Vereinen zu beachten ist.
Was dürfen Vereine im internen Umgang mit Rechtsextremen? der Bundeszentrale für politische BildungIn diesem juristischen Leitfaden werden rechtliche Grundlagen im Umgang mit Rechtsextremismus im Vereinskontext erläutert.
Zwischentöne erkennen- Handlungssicherheit bei extremistischen Tendenzen des Bundesmusikverbands Chor und OrchesterDie Broschüre liefert ausführliche Mustervorlagen für Hausordnungen, Vereinssatzungen und Protokolle bei rechtsextremen Auffälligkeiten.
Haltung statt Neutralität von punktumDas Sonderheft schildert in verschiedenen Aufsätzen, wie trotz Neutralitätsgebot und Gemeinnützigkeit klar Stellung gegen rechtsextremistische Tendenzen gewahrt werden kann. 
Hausverbot wegen wiederholter Störungen bei Vereinsveranstaltungen von Benedetto, Vereinsmagazin deutsches EhrenamtAnschaulich legt dieser Artikel dar, worauf beim Erlass eines Hausverbots zu achten ist. 
Zur Bedeutung des sogenannten Neutralitätsgebots für zivilgesellschaftliche Vereine der Demokratie- und Jugendarbeit von Prof. Dr. Friedhelm Hufen, Professor für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität MainzDas Gutachten beleuchtet, wie die Neutralitätspflicht von Organisationen als Empfängerinnen von staatlichen Fördermitteln ausgestaltet ist. Spannend wird es vor allem ab S. 29.
Politische Betätigung gemeinnütziger Körperschaften von Prof. Dr. Unger, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Wirtschafts- und Steuerrecht an der Ruhr-Universität BochumDas Rechtsgutachten setzt sich intensiv mit der Zulässigkeit und den Grenzen politischer Tätigkeiten von gemeinnützigen Organisationen vor dem Hintergrund geltenden Rechts auseinander.
Ein etatistisches Missverständnis: warum parteipolitische Neutralität den Staat nicht verpflichtet, der geförderten Zivilgesellschaft parteifeindliche Äußerungen zu verbieten auf dem VerfassungsblogDieser Artikel räumt mit der Annahme auf, geförderte Institutionen dürften sich nicht gegen menschenrechtsverachtende Parteien stellen.

Unterstützung vor Ort: Beratung, Fortbildung & Netzwerke, Vernetzungsmöglichkeiten

In Zeiten, in denen rechte Übergriffe auf demokratische Institutionen zum Alltag gehören, sind starke Strukturen und gegenseitige Solidarität wichtiger denn je. Falls ihr Hilfe benötigt, findet ihr hier Angebote und Bündnisse – ihr seid nicht allein!

Zusammen für DemokratieDas Bündnis vereint zivilgesellschaftliche Verbände und Einrichtungen im Kampf für Demokratie und Menschenrechte und unterstützt Initiativen, die sich gegen Rechtsextremismus stellen.
Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“Das bundesweite Netzwerk engagiert sich gegen das Erstarken der AfD und führt eine breit aufgestellte Kampagne gegen Rassismus, Faschismus und für eine offene, gerechte Gesellschaft.
Mobile Beratung gegen RechtsextremismusDie MBR agiert bundesweit und berät in Fällen wie Rechtsextremismus, Rassismus und Antifeminismus, erarbeitet Handlungsstrategien und leistet Hilfe zur Selbsthilfe. Die Beratung ist kostenlos.
Vielfalt ohne AlternativeMit dem Projekt “Bildung für Demokratie und Vielfalt” unterstützt der Paritätische Gesamtverband haupt- und ehrenamtlich Engagierte bei demokratischer Bildungsarbeit. Der Fokus liegt auf Beratung, Qualifizierung, Austausch und Zusammenarbeit.
Rechtsberatung der Gesellschaft für FreiheitsrechteDie GGF unterstützt gemeinsam mit dem Verein Campact Organisationen, deren Gemeinnützigkeit durch ihr Engagement gegen rechts in Gefahr ist. Betroffene können an spezialisierte Kanzleien weitergeleitet und finanziell im Verfahren unterstützt werden.
GegenRECHTSschutzDie Rechtsberatung von FragDenStaat richtet sich an Akteur*innen, die sich aufgrund ihres politischen Engagements Angriffen von rechts ausgesetzt sehen. Die Anlaufstelle, Workshops und anwaltliche Begleitung sind für Betroffene kostenlos.
HateAidAuch im digitalen Raum nimmt rechte Hetze zu – der Verein HateAid setzt sich aktiv gegen Desinformationskampagnen, Hass und Gewalt ein und unterstützt Hilfesuchende mit Rechtsberatung und Prozesskostenfinanzierung.
Netzwerk für Demokratie und CourageDas NDC bietet Argumentations- und Handlungstrainings für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an, um den sicheren Umgang mit rechten Bedrohungen zu erlernen. Gleichzeitig können Vereine und Verbände in der Bearbeitung von Diskriminierung beraten werden.
Alles beginnt im ZentrumDie bundesweite Kampagne unterstützt alternative Jugendclubs, queere Cafés und selbstverwaltete Kulturzentren, die akut von rechten Angriffen bedroht sind. Betroffene erhalten Beratung und können sich um Gelder aus einem Akuthilfe-Fonds bemühen.
NinA NRWDas Netzwerk unterstützt beim Ausstieg aus rechtsextremen Strukturen, berät Angehörige und Fachkräfte, die mit menschenverachtendem Gedankengut konfrontiert sind, und ist persönlich, online wie telefonisch erreichbar.
LandesdemokratiezentrumDas Demokratiezentrum NRW listet wertvolle Beratungsangebote in den Bereichen Antifeminismus, Antisemitismus, Ausstieg aus der rechten Szene, Rassismus und Rechtsradikalismus auf und verweist im Zweifel auf andere Beratungseinrichtungen.

Förderung & Ressourcen für Demokratiearbeit

Demokratische Kulturarbeit ist kostspielig, selbst, wenn sie zum Großteil von Ehrenamtlichen gestemmt wird. Im Folgenden findet ihr verschiedene Programme und ihre jeweiligen Förderschwerpunkte, die euch bei der Umsetzung eurer Projekte unterstützen können.

Demokratie leben!Zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie, Vielfalt und gegen jede Form von Extremismus
Bundeszentrale für politische BildungVeranstaltungen und Projekte der politischen Bildung
BewegungsstiftungFörderung Aufbau neuer Organisationen (Starthilfe)/ Kampagnenförderung/ langfristige Unterstützung an Organisationen (Basisförderung)
Verschlagwortete Suchmöglichkeit nach StiftungenOnline-Navigationshilfe zum deutschen Stiftungswesen
Wegweiser BürgergesellschaftFörderung von Engagement & Ehrenamt
Amadeu Antonio StiftungProjekte und Initiativen, die sich für eine demokratische Zivilgesellschaft engagieren, für Minderheitenschutz und die Menschenrechte eintreten und sich aktiv gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einsetzen
Zusammenhalt durch TeilhabeProjekte für demokratische Teilhabe und gegen Extremismus in ländlichen und strukturschwachen Gegenden
Citizens, Equality, Rights and Values (CERV) der EUUnionswerte, Gleichstellung, Teilhabe und Gewaltprävention