soziokultur

Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NW e.V.

Kritik an der Schließung vom Hundertmeister Duisburg

18.7.2011 > LAG NW Tagung:

Offener Brief an die Verwaltung und den Rat der Stadt Duisburg

Sehr geehrte Damen und Herren!

Die Soziokulturellen Zentren kritisieren die Schließung der Kulturzentrale Hundertmeister!

Die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren (LAG NW), der Zusammenschluss von 66 Soziokulturellen Zentren und Initiativen in freier Trägerschaft in Nordrhein-Westfalen (von Jülich bis Emsdetten und von Siegen bis Minden) hatte am Mittwoch, den 6.7.2011 auf der LAG NW Tagung im Zakk in Düsseldorf wieder großen Besuch. Als Gäste waren dabei: Monika Brunert-Jetter, kulturpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion und Angela Freimuth, kulturpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion.

Ursprünglich war vorgesehen, diese Tagung in der Kulturzentrale Hundertmeister in Duisburg durchzuführen. Durch das Insolvenzverfahren und die damit verbundene Schließung zum 30.6.2011 musste die LAG NW kurzfristig ihre Sitzung in Düsseldorf abhalten. Die TeilnehmerInnen der Tagung haben mit Bedauern zur Kenntnis genommen, dass in Duisburg wieder mal ein Ort freier Kultur zur Disposition gestellt wird. Das scheint Tradition in dieser krisengeschüttelten Stadt zu haben. Mitte der achtziger Jahre war es das bundesweit bekannte Eschhaus, eines der ersten soziokulturellen Zentren in der Bundesrepublik Deutschland, von der freien Kulturszene getragen, von der Stadtöffentlichkeit wenig geliebt, dass geschlossen wurde. Jahrelang musste dann die freie Kulturszene in Duisburg um Räume und Orte kämpfen. Nach Jahren gelang es dann mit dem Hundertmeister das Haus am Dellplatz zu beziehen, wo aber schon Ende der neunziger Jahre die Angst auf kam, ein zweites Eschhaus zu bekommen.

Die Kulturzentrale Hundertmeister musste sich dann nach einigen Jahren der Aufbauarbeit vom Kulturbunker Bruckhausen trennen. Dann wurde die Feuerwache Hochfeld nach langen Planungen mit erheblicher Unterstützung aus Landesmitteln umgebaut und eingerichtet. Ausgerechnet im Kulturhauptstadtjahr 2010 musste die Einrichtung dann Insolvenz anmelden und wurde geschlossen.

Und jetzt die Kulturzentrale Hundertmeister, die nach Jahren des Kampfes jetzt Insolvenz anmelden musste und die Tür zum Ende des letzten Monats schloss.

Die LAG NW hat der Kulturzentrale Hundertmeister sowie der Politik und Verwaltung in Duisburg immer wieder ihre Unterstützung angeboten. Leider vergeblich! Trotzdem ist jetzt das Ende eingeläutet.

Unabhängig, wer jeweils für die schwierige Situation verantwortlich war und ist, ist der Vorgang nicht nachvollziehbar. Die Schließung oder eine mögliche Privatisierung erfolgreicher, wenn gleich auch immer wieder umstrittener Einrichtungen - auch unter den Voraussetzungen der schwierigen Finanzsituation der Stadt - ist aus Sicht der LAG-NRW keine adäquate Lösung des Problems. Welchen Stellenwert räumt die Stadt Duisburg denn eigentlich noch der Entwicklung von freien Kultureinrichtungen ein? Offensichtlich reduziert sich das gesamte kulturelle Leben der Stadt auf einige wenige große Einrichtungen wie den Landschaftspark Nord, die Mercatorhalle und das Akzente-Festival, während man die so wichtigen freien Kulturschaffenden und Institutionen sterben lässt.

Die LAG NW bietet nochmals an, in Duisburg über die Perspektiven von Soziokultur, von Soziokulturellen Zentren und der freien Kultur zu sprechen und zu diskutieren.

Rainer Bode, Geschäftsführer der LAG NW: „Mit der Katastrophe bei der Loveparade im letzten Jahr bekam die Stadt Duisburg negative Schlagzeilen. Und das setzt sich fort bei der freien Kultur. Nach jahrelangen positiven Entwicklungen der Soziokulturellen Zentren in den NRW-Städten erwarten wir von der Stadt Duisburg, das sie die Problemlagen in diesem Bereich zusammen mit der LAG NW erörtert, sich dort kompetenten Rat einholt und gemeinsam nach adäquaten Lösungsmöglichkeiten sucht. Die Schließung oder auch eine mögliche Privatisierung der Kulturzentrale Hundermeister stellen keine Lösung dar!“

Bei Nachfragen sind wir fast jederzeit erreichbar (Tel. 0251-518475).
Rainer Bode
Geschäftsführer de LAG NW

> LAG TAGUNGEN > KULTURPOLITIK NRW

zentren

weitere