soziokultur

Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NW e.V.

Mitgliedschaft und Aufnahmeverfahren in die LAG NW

8.10.2002 > Oktober 2002:

Mitgliedschaft und Aufnahmeverfahren in die LAG NW

1) Allgemeines

Soziokulturelle Zentren sind Kultureinrichtungen, die möglichst viele Menschen unterschiedlichen Alters, verschiedener sozialer Schichten und Nationalitäten aktiv und selbstbestimmt am kulturellen Leben teilhaben lassen und ihnen ein Forum zur Entfaltung und Entwicklung kreativer, kommunikativer und ästhetischer Bedürfnisse und Möglichkeiten bieten.

Soziokulturelle Zentren sind Orte der kulturellen und sozialen Bildung sowie Felder gesellschaftspolitischen Lernens; sie fördern die Kommunikation zwischen Individuen, Gruppen, Nationalitäten und Schichten.

Sie sind Lern- und Experimentierfeld für gesellschaftliche Zukunftsprobleme ebenso wie für kulturelle und künstlerische Innovation. Sie halten Freiräume für künstlerischen Nachwuchs vor Ort bzw. in der Region vor.

Sie nehmen diese Aufgaben insbesondere durch ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm, die Bereitstellung von Infrastruktur für selbstorganisierte Aktivitäten und die Durchführung von besonderen thematischen Schwerpunkten (Projekten) in spartenübergreifender Kooperationsform wahr.

Neben den soziokulturellen Zentren hat sich eine Vielfalt von Trägern soziokultureller Arbeit entwickelt, die z.T. mit, neben und in Zentren tätig sind.

Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, hat sich die LAG Soziokultureller Zentren Nordrhein-Westfalen (LAG NW) entschlossen, die Mitgliedschaft und insbesondere die Aufnahme genauer, offener und transparenter zu definieren.

- Soziokulturelle Zentren sind überparteilich und überkonfessionell.
- Sie sind unabhängige betriebswirtschaftliche Einheiten und arbeiten gemeinnützig.
- Sie haben demokratische Entscheidungsstrukturen auf der Grundlage von Eigenverwaltung.
- Sie bieten ihren NutzerInnen und BesucherInnen Mitgestaltungsmöglichkeiten.
- Ihre Arbeit nimmt Bezug auf die gesellschaftliche Wirklichkeit ihres Umfelds.
- Sie berücksichtigen und fördern die kulturellen Bedürfnisse und die Kommunikation zwischen Bevölkerungsgruppen verschiedenen Alters und Geschlechts, verschiedener ethnischer Zugehörigkeit und sozialer Stellung.
- Sie initiieren soziale, politische und kulturelle Lernprozesse.
- Sie bieten Freiräume für künstlerischen Nachwuchs und Innovation.
- Initiativen und Einrichtungen, die noch keine eigenen Räumlichkeiten haben, aber in diesem Sinne arbeiten, können auch darunter gefasst werden.


2) Was bringt die Mitgliedschaft in der LAG NW für soziokulturelle Zentren und Initiativen?

Siehe dazu die Selbstdarstellungsbroschüre 2001/2002 der LAG NW, den Folder der LAG NW, die Satzung und die Internetseiten unter www.soziokultur-nrw.de.
Einige Stichpunkte
- Beratung durch die Geschäftsstelle der LAG NW
- Durch den Rahmenvertrag der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren mit der GEMA gibt es für Mitglieder eine Ermäßigung von 20% der GEMA-Kosten
- Beratung bei der Beantragung von Landesmittel (Projektmittel, Umbaumittel, Jugendförderung u.a.)
- Beratung bei der Beantragung von Bundesmittel
- Kostenloser Bezug des Rundbriefes der LAG NW, des Info-Dienstes der Bundesvereinigung und sonstige Informationen über Email oder Fax,
- Beteiligung am Versicherungsrahmenvertrag, soweit nicht anderweitig günstiger
- Beteiligung am Tarif bei der Berufsgenossenschaft (Verwaltung) über die Bundesvereinigung

Unterschied von Vollmitglieder und Assoziierten Mitglieder:
Die LAG NW hat vor einigen Jahren diesen unterschiedlichen Status eingeführt. Vollmitglieder haben alle Rechte und Pflichten, d.h. u.a. volles Stimmrecht und Beitragszahlung. Assoziierte haben die gleichen Rechte und Pflichten. Mit einer Ausnahme: Das Stimmrecht auf Mitgliederversammlungen gibt es nicht automatisch, sondern nur auf Antrag und wenn die Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder der Versammlung es erteilt.
Assoziierte Mitglieder sind in der Regel Einrichtungen, deren Träger die Kommune oder ein Wohlfahrtsverband oder einem Kirchkreis sind. Da gilt in der Regel für die Kirchengemeinden, AWO, DRK u.a. sind oder deren rechtlicher Status nicht eindeutig ist.


3) Was erwartet die LAG NW von den Mitgliedern?

Mitarbeit in den verschiedenen Gremien (Mitgliederversammlungen, LAG Tagungen, Beiräte, Vorstand, Arbeitsausschuss und sonstige Arbeitsgruppen), Zahlung des jährlichen Mitgliedsbeitrages gemäß Beitragstabelle, Teilnahme am Diskurs über die Perspektiven soziokultureller Praxis, Teilnahme an Befragungen der LAG NW


4) Mitgliedschaftskriterien

Organisationsform und Inhalte der Arbeit:
1) Soziokulturelle Zentren dienen dem Gemeinwohl
2) Sie sind freier Träger (für die Vollmitgliedschaft), unabhängig, ob sie einem weiteren Dachverband angehören.
3) Sie zeichnen sich durch eine Vielfalt des Angebotes aus. Dazu gehören Angebote im Bereich von:
- Kulturveranstaltungen
darunter Musik, Darstellende Kunst, Bildende Kunst, Film, Literatur
- Kulturpädagogische Angebote
- Gemeinwesenorientierung
- Sozialer Treffpunkt
- Räume zur Verfügung stellen
- Beratung
- Probe- und Produktionsort
- Projektarbeit, Experimentelle Projektentwicklung
- Weiterbildung

Es ist klar, das nicht alle Zentren alle diese Angebote bieten können. Mindestens drei Punkte müssen bei der Angebotsvielfalt gewährleistet sein. Die Klärung erfolgt jedoch im Einzelfall.


5) Aufnahmeverfahren

- Wenn ein Verein, Zentrum o.ä. einen Aufnahmeantrag stellt, wird dies so bald wie möglich den Mitgliedern mitgeteilt, damit diese während des Verfahrens bis zur Aufnahme Gelegenheit zur direkten Kontaktaufnahme und Information haben.
- Interessenten werden gebeten, auf einem (noch zu erstellenden) Vordruck Auskunft über ihre Strukturen und ihre Arbeit zu geben.
- Wenn alle Unterlagen (inkl. beizufügender Satzungen, Programme, Körperschaftsfreistellungsbescheid, Vereinsregisterauszug etc.) vollständig sind, stellt sich die Einrichtung persönlich auf einer LAG NW Tagung vor. Ein Info über das potentielle Neumitglied (steckbriefartig) wird beim Versand der MV-Einladungen allen Mitgliedern zugestellt.
- Nach zwei weiteren Teilnahmen bei LAG NW Tagungen und sonstigen Arbeitstagungen der LAG NW und gegebenenfalls einem Besuch durch die Geschäftsstelle der LAG NW als auch vom Arbeitsausschuss kann die endgültige Aufnahme auf der LAG NW Tagung erfolgen.
- Auf dieser Grundlage und einer persönlichen Vorstellung entscheidet die Mitgliederversammlung/LAG NW Tagung.

Essen/Münster, den 2.10.2002

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