soziokultur

Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NW e.V.

Soziokultur, das hat was!!

19.3.2002 > Zitatensammlung

Soziokultur, das hat was!!

Aus dem Netz gefischt, heißt es: Im Internet gibt es unter Soziokultur
bei freenet 1312 Eintragungen
bei alta vista 3798 Websites
bei lycos 5281 treffer

Bei eBAY (Versteigerungen im Internet) heißt es:
"Es tut uns Leid, aber wir konnten keine Artikel unter dem Suchbegriff soziokultur finden."

Aus den Off-Information vom Bundesverband Freier Theater von Stefan Kuntz
"Der Soziokultur an den Kragen! Lothar Schmidt-Mühlisch zitiert in der "Theater Rundschau" 2/02, S. 5 Ulrich Eckhardt "Dabei haben wir durch diesen soziokulturellen Aspekt sogar der heute so verteufelten Entertainment-Kultur Vorschub geleistet. Die Event-Kultur ist der Bastard der Soziokultur" und wendet sich gegen die Urväter Glaser und Hoffmann: "Die Auffassung, Kultur sei in das Alltagsleben direkt zu integrieren, verminderte im Grunde nur die Fähigkeit der Kunst, den Menschen einen Spiegel vorzuhalten..."

Eine andere Facette:
Das Londoner Victoria & Albert Museum präsentiert bis zum 12. Mai eine ungewöhnliche Sammlung: Die Ausstellung Men in Skirts zeigt an die 60 Männerröcke zeitgenössischer Modemacher und artverwandte Beinkleider unter historischen und soziokulturellen Aspekten. Ein angenehmes Extra gerade für Frauen: Während der Ausstellung defilieren männliche Models in Röcken durchs Museum.

Ein Buchtitel: Soziokulturelle Faktoren und die Psychopathologie der Depression.
Empirische Untersuchungen zum pathoplastischen Einfluß soziokultureller Lebensformen bei der Melancholie von Dieter Ebert.

Mal fast neutral: Soziokulturelle Arbeit. Zielsetzung und Klientel. Eine Dokumentation zu Aktivitäten von Studentinnen und Studenten der Fachhochschule Lausitz im Lande Brandenburg.

Oder: Weg von der Armut durch soziokulturelle Integration. Bei Sozialhilfeabhängigkeit, Alter und Behinderung. Für nur 24 Euro

Und jetzt einiges aus der TAZ
Taz vom 30.6.2001 - Kunst-Badefreuden
Mit Schwimmbadprojekten und Garküchenaktionismus knüpft die Kokerei Zollverein in Essen wieder an die Tradition der Soziokultur im Ruhrgebiet an

Thea Dückert in der Taz vom 18.4.2001
Heute ist die Unsicherheit aber viel größer geworden. Leute fallen ungewollt aus dem Arbeitsmarkt heraus und fangen dann an, sich zu arrangieren. Aber das ist eine andere Soziokultur als das Milieu, wo man sich früher mal bewusst für Auszeiten entschied.

Taz vom 17.8.2001
"Die Sozialhilfe sichert ja nicht nur Unterkunft und Verpflegung, sondern auch ein "soziokulturelles Existenzminimum", zu dem etwa Kinobesuche oder Kosmetika gehören. Eine zeitweilige Kürzung der Sozialhilfe um 25 Prozent ist daher durchaus möglich.
Also liebe Zentren, bitte das Sortiment noch ein bisschen erweitern!

Taz vom 23.8.2001: Hahn im Korb in Utah
"Ein Mann, viele Frauen: Der Arte-Themenabend "Viel Weib, viel Ehr?" beschäftigt sich mit modernen Varianten der Polygamie. Dabei beißt man als Zuschauerin hin und wieder ins Kissen
Doch es ist abstrus, wenn die Reporterin ein 16-jähriges Mädchen zum Thema Verliebtheit befragt, und die junge Frau dann verklemmt herumdrucksend - neben ihrer Mutter sitzend, die mit demselben Mann verheiratet ist - erklärt, dies sei sicherlich nicht so ganz konventionell. Auf diese Weise erfährt niemand, was die Frauen tatsächlich bewegt. Spätestens jetzt hätte das psychologische Ratgeberbuch zum Thema frühkindliche Neurosen und soziokulturelle Werte gezückt werden müssen.

Leserbrief in der Taz vom 5.6.2001
"Wenn staatlichen Hilfen wie Mutterschaftsgeld, Haushaltsfreibetrag, Finanzierung von Kindergärten etc. gestrichen werden, müssen die Eltern Angebote vom Markt kaufen. Dann bleibt für das sächliche und soziokulturelle Existenzminimum nichts mehr übrig. Damit tritt man nicht dem Armutsrisiko entgegen, man schafft Armut. [...]"

Pleite der Bankgesellschaft in Berlin, taz vom 5.5.2001
"Sonst bricht die Infrastruktur im Sozial- und Jugendbereich im Ostteil der Stadt zusammen", sagt Jeanette Martins von den Grünen. Die PDS-Bundestagsabgeordnete Christa Luft erklärte: "Für den Milliardenschaden der CDU-Seilschaften sollen nun Arbeitsmarktpolitik und soziokulturelle Angebote ausbluten."

Taz vom 15.6.2001 Pakistan: Wo Blicke tödlich enden können
Der "Ehrenmord" ist eine präislamische Praxis, die eigentlich jeder religiösen Grundlage entbehrt. Allerdings trägt der zunehmende religiöse Fundamentalismus, dessen erste Opfer die Frauen sind, erheblich zu seiner Verbreitung bei. Dabei handelt es sich um ein komplexes soziokulturelles Phänomen, bei dem die Täter in aller Regel straffrei bleiben. Es geht zurück auf einen archaischen Brauch, der in den Stammesgesellschaften von Belutschistan und den Grenzprovinzen des Nordwestens, aber auch in Punjab und Sindh unter der Bezeichnung karo-kari (Ehebrecherin und Ehebrecher) tief verwurzelt ist.

Taz vom 15.11.2001 Romantisierende Besatzer
Der Dreiteiler "Rivalen unterm Halbmond" legt einen schönfärberischen Schleier über die französische Kolonialgeschichte. Phantastereien und Liebesaffären beschäftigen die Protagonisten mehr als der Krieg (bei Arte)
Bleibt noch die Liebe. Beide Freunde verlieben sich in arabische Frauen. Hélie lässt sich gar beschneiden, um seine Angebetete zu heiraten. Zu allem Überdruss muss er das Resultat des geforderten Rituals zwei entfernten Onkels der Braut vorweisen, Brautgeld in Form von 1000 Francs und 50 Schafen zahlen. Mit Odilon und seiner arabischen Dienstmagd gibt es wunderbar heiße Umarmungen zu sehen, bevor dieser erfahren muss, dass Naouel (Saida Jawad) ihm von Emir Abel-Kader geschickt ward, um ihn auszuspionieren. So weit, so schön. Staubige Geschichte durch Liebesszenen und soziokulturelle Einblicke aufzupeppen, das hat was.

Resumee: Soziokultur, das hat was!
Rainer Bode, 15.3.2002

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