soziokultur

Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NW e.V.

Bereit für neue Aufgaben?

27.2.2002 > Soziokulturelle Zentren im Zukunftsdiskurs der KulturpoIitik

Bereit für neue Aufgaben?
Soziokulturelle Zentren im Zukunftsdiskurs der KulturpoIitik

Auftaktveranstaltung zum Projekt
"Soziokulturelle Zentren in Nordrhein-Westfalen. Genese - Profile - Perspektiven" am Freitag, dem 15. März 2002 in der Alten Feuerwache in Köln

Programm
9.00 Uhr Anreise/Empfangskaffee

10.00 Uhr Begrüßung und Eröffnung
Dr. Norbert Sievers, Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
Rainer Bode, Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NW

10.20 Uhr Selbstorganisation oder öffentlicher Auftrag?
Was erwartet die Kulturpolitik von Soziokulturellen Zentren?
Dr. Michael Vesper
Minister für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen
10.40 Uhr Zwischen Gemeinsinn und Selbstverantwortung
Soziokultur in der Gesellschaft der ›Ichlinge‹
Prof. Dr. Heiner Keupp, Universität München

Anschließend: Plenumdiskussion mit Minister Dr. Michael Vesper und Prof. Dr. Heiner Keupp
Moderation: Jörg Stüdemann

12.15 Uhr Kurzpräsentation "Alte Feuerwache"

12.30 Uhr Mittagspause

13.30 Uhr Soziokulturelle Zentren in NRW
- Fakten und Trends
Gerd Spieckermann, Kulturberater, Bochum
- Thesen zur kulturpolitischen Standortbestimmung
Reinhold Knopp/Alexander Flohé, stadt-konzept, Düsseldorf

14.30 Uhr Raver, Skater und Grufties......
Ist jede(r) seine eigene Jugendkultur?
Britta Mischer, Kommunikationsdesignerin, Autorin, Berlin

15.00 Uhr Fit für die Zukunft?
Soziokulturelle Zentren vor neuen Herausforderungen
Abschlussdiskussion mit:
Annette Loers, Geschäftsführerin zakk, Düsseldorf, Reinhard Krämer Gruppenleiter Regionale Kulturpolitik im MSWKS, Düsseldorf, Prof. Dr. Heiner Keupp, Universität München, Holger Bergmann, Künstlerischer Leiter Ringlokschuppen Mülheim/Ruhr, Britta Mischer, Kommunikationsdesignerin, Autorin, Berlin
Moderation: Jörg Stüdemann

16.00 Uhr Ende der Veranstaltung

Die Soziokulturellen Zentren in Nordhein-Westfalen können mittlerweile auf eine 30jährige Geschichte zurückblicken. Die ersten Initiativen sind Anfang der 70er Jahre entstanden und repräsentierten wie wenige andere eine gegenkulturelle Bewegung oder ›kulturelle Opposition‹, die sich als Alternative und Gegenentwurf zum etablierten Kulturbetrieb verstand. Entsprechend selbstbewusst und kämpferisch traten ihre frühen Protagonisten auf und konnten schon bald erste Erfolge vorweisen. Die eigentliche ›Erfolgsgeschichte‹ der Soziokulturellen Zentren vollzog sich - gestärkt durch den Akzeptanzgewinn der reformorientierten Neuen Kulturpolitik - aber erst in den 80er Jahren. In dieser Zeit ist ein wahrer ›Gründungsboom‹ soziokultureller Zentren in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen. Das Land half in vielen Fällen mit Städtebauförderungsmitteln bei dem Aus- und Umbau ehemaliger Fabriken, Lagerhallen, Schlachthöfen oder Zechen.
Im vergangenen Jahrzehnt hat sich dieser Trend - trotz aller Unkenrufe und Krisen-Debatten - verstetigt. Über 430 Einrichtungen sind in Deutschland der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren angeschlossen; in Nordrhein-Westfalen sind 65 Häuser verbandlich organisiert. In der Kulturpolitik ist die Soziokultur als Förderbereich längst anerkannt. Was sich im Nachhinein als ›Erfolgsgeschichte‹ liest, hat sich allerdings nicht ohne Brüche und Verluste entwickelt. Erschöpfte Utopien, ausgepowerte Akteure, und erneuerungsbedürftige Konzepte sind die andere Seite einer ›Karriere‹, in die letztlich seitens der Öffentlichen Hand zuwenig investiert worden ist.
Die Bilanz der ›soziokulturellen Bewegung‹ fällt ein Vierteljahrhundert nach ihrem Aufbruch also durchaus ambivalent aus. Niemand wird indes bestreiten können, dass ihre Initiativen und Einrichtungen auch heute Kristallisationsorte eines sozial-kulturellen Engagements sind, dass die Bürgergesellschaft um ihrer Pluralität und Integrationsfähigkeit Willen so dringend benötigt. Welche kulturellen Einrichtungen, wenn nicht die Soziokulturellen Zentren, hätten etwa den interkulturellen Dialog so früh auf ihre Agenda gesetzt? Und in welchen Häusern gelingt es besser, den Kontakt zu den Jugendkulturen zu halten, als eben in den Werkstätten und Zentren der Soziokultur?
Die gesellschaftliche Akzeptanz der soziokulturellen Idee war u.a. Ausdruck einer Kulturpolitik, die sich als Gesellschaftspolitik verstand. Heute ist dieser Selbstanspruch aktueller denn je. Liegt darin eine zweite Chance für die Soziokulturellen Zentren, ihr kulturelles und politisches Programm zu reformieren? Diese Frage steht im Zentrum eines vom Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Forschungsprojektes, das von der Kulturpolitischen Gesellschaft in Kooperation mit der LAG Soziokultureller Zentren NRW durchgeführt wird. Die Veranstaltung am 15. März in der Alten Feuerwache in Köln versteht sich als Auftakt dazu.
Wir laden Sie dazu herzlich ein.
Dr. Norbert Sievers Rainer Bode
Kulturpolitische Gesellschaft e.V. Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren

Tagungsort: Alte Feuerwache, Melchiorstr. 3, 50670 Köln, Tel. 0221-9731550

Kontakt vor Ort: Franz Kröger 0160-95 80 38 85

Anmeldung bei der Kulturpolitischen Gesellschaft, Weberstr. 59a, 53113 Bonn
Tel. 0228-201670, Fax 0228-2016732
Email: post@kupoge.de
Den Beitrag für Tagungsgetränke und Imbiss in Höhe von 15,-- Euro auf das Konto der KuPoGe, Nr. 822 89 00 bei der Bank für Sozialwirtschaft in Köln
(BLZ 370 205 00) unter dem Stichwort "Soziokultur" einzahlen.

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